Debrecen

Wer seine Reise von der rumänischen Seite aus im Osten Ungarns beginnt, wird zuerst Station in der mit 200.000 Einwohnern zweitgrößten Stadt Ungarns, Debrecen, machen.

Debrecen wurde 1361 zur Marktstadt und entwickelte sich bis zum 16. Jahrhundert zu einem bedeutenden Handelszentrum. Nach der Eroberung durch die Türken 1555 stand die Stadt im osmanischen, habsburgischen und siebenbürgischen Einflussbereich und entwickelte sich zu einer offenen Gesellschaft. Viele Protestanten und Calvinisten siedelten sich an und prägten die Stadt. 1567 begann das Calvinistische Kollegium mit seinem Lehrbetrieb, aus dem sich die Universität Debrecen entwickelte. Deren Hauptgebäude inmitten des großzügig angelegten Campus gehört heute zu den wichtigsten Bauwerken der Stadt. Im 18. Jahrhundert zog es wieder Katholiken in die Stadt: die Sankt-Anna-Kirche wurde 1715 gegründet.

Während des ungarischen Freiheitskampfes tagte der ungarische Landtag in Debrecen. 1849 verkündete der Freiheitskämpfer Lajos Kossuth die Entthronung der Habsburger.

Debrecen blühte nochmals auf im 19. Jahrhundert mit der beginnenden Industrialisierung. Das sehenswerte Csokonai-Theater wurde 1865 eröffnet. Auch das Hotel Aranybika und das Rathaus entstanden in dieser Zeit. Im Stadtwald von Debrecen wurde das Heilbad Vigadó eröffnet, aus dem sich ein attraktives Gesundheitszentrum entwickelte. Die Sommeruniversität, die anspruchsvolle Sprachkurse für Touristen anbietet, nahm ihren Dienst 1927 auf.

Heute lebt die Stadt auch durch ihre Lage in der Nähe der einmaligen Steppenlandschaften der Puszta in Hortobágy vom Tourismus. Mit Sicherheit ist Debrecen mit seiner interessanten Geschichte eine Reise wert und auch für Kurzreisen ist diese Stadt, immerhin die zweitgrößte Stadt Ungarns, geeignet.

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